Montag, 26. November 2012

Atlantische Hurrikansaison 2012 endet.

Die Atlantische Hurrikansaison 2012 endet am Freitag. 


Am Freitag den 30. November endet die offizielle Hurricane-Saison des Jahres 2012.
Die Atlantische Hurrikansaison 2012 begann offiziell am 1. Juni 2012.

Während dieser Periode bilden sich üblicherweise die meisten Hurrikane, da nur zu dieser Zeit geeignete Bedingungen existieren, wie etwa ein warmer Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung, um die Bildung von tropischen Wirbelstürmen zu ermöglichen. Die Saison 2012 startete jedoch vorzeitig mit der Bildung des tropischen Sturms Alberto am 19. Mai. Auch der zweite benannte Sturm der Saison, Beryl, entstand vor dem offiziellen Saisonbeginn am 26. Mai. Es war das erste Mal seit der atlantischen Hurrikansaison 1908, dass dies geschah.





Voraussagen über die Aktivität der kommenden Hurrikansaison werden jedes Jahr durch die Hurrikanexperten Philip J. Klotzbach und William M. Gray und ihren Mitarbeitern an der Colorado State University und separat durch die Meteorologen der NOAA sowie vom Konsortium Tropical Storm Risk erstellt.

Klotzbachs Team definierte die durchschnittliche Anzahl von Stürmen pro Saison im Durchschnitt (1950–2000) auf 9,6 tropische Stürme, 5,9 Hurrikane und 2,3 schwere Hurrikane (also solche, die auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala zumindest in die Kategorie 3 eingestuft werden). Eine normale Saison, wie sie durch die NOAA festgelegt wurde, besteht aus 9–12 benannten Stürmen, von denen 5–7 Hurrikanstärke erreichen und 1–3 schwere Hurrikane werden.

Prognosen vor Beginn der Saison

Am 7. Dezember 2011 gab Tropical Storm Risk (TSR), ein öffentliches Konsortium aus Experten für Versicherungen, Risikomanagement und saisonale Klimavorhersagen am University College London, eine mittelfristige Vorhersage aus, die für 2012 eine überdurchschnittliche Hurrikansaison annimmt. In dem Bericht stellte TSR fest, dass die tropische Zyklonaktivität etwa 49 % über dem Durchschnitt der Jahre 1950–2010 legen könnte, wobei 14,1 (± 4,2) tropische Stürme, 6,7 (± 3,0) Hurrikane und 3,3 (± 1,6) schwere Hurrikane und ein kumulierter ACE-index von 117 (± 58) erwartet wurden.

Am 21. Dezember 2011 gab Weather Services International (WSI) eine Vorhersage heraus, die von einer nahezu durchschnittlichen Hurrikansaison 2012 ausgeht. In dieser Vorhersage wies WSI darauf hin, dass eine seit einem Jahrzehnt nicht mehr verzeichnete kühlere North Atlantic Oscillation im Zusammenspiel mit der sich abschwächenden La Niña zu einem durchschnittlichen Saisonverlauf führen werde, mit 12 benannten Stürmen, darunter sieben Hurrikane, von denen drei die Kategorie 3 oder höher erreichen könnten. Diese Vorhersage ging des Weiteren von einer fast durchschnittlichen Wahrscheinlichkeit eines Hurrikans mit Landfall in den Vereinigten Staaten aus, wobei das Risiko für die Golfküste leicht höher und für die Ostküste der Vereinigten Staaten leicht niedriger als durchschnittlich errechnet wurde.







In der atlantischen Hurrikansaison 2012 wurden die folgenden Namen verwendet. Diese Liste wird im Jahre 2018 wieder verwendet, vorbehaltlich der Namen, die durch die World Meteorological Organization im Frühjahr 2013 möglicherweise ersetzt werden. Diese Liste ist identisch mit der Liste für die Atlantische Hurrikansaison 2006.

    Alberto
    Beryl
    Chris
    Debby
    Ernesto
    Florence
    Gordon
    Helene
    Isaac
    Joyce
    Kirk
    Leslie
    Michael
    Nadine
    Oscar
    Patty
    Rafael
    Sandy
    Tony
    Valerie (unbenutzt)
    William (unbenutzt)





Die Geschichte des Jahrhundert - Hurrikan Sandy


Kategorie-2-Hurrikan (SSHS)
Sandy Oct 25 2012 0400Z.JPG         
Dauer   22. Oktober–29. Oktober
Intensität          95 kn (175 km/h) (1-min), 940 hPa

Mitte Oktober bewegte sich eine tropische Welle Richtung Westen in die Karibik. Am 19. Oktober begann das NHC, das Gebiet mit niedrigem Luftdruck im östlichen Karibischen Meer nördlich der Küste von Südamerika zu beobachten. Dieses entwickelte sich sehr rasant, und das NHC konstatierte schon am folgenden Tag eine hohe Chance zur Entstehung einer tropischen Zyklone. Das System konnte sich im Laufe der nächsten Tage langsam organisieren, sodass es am Abend des 21. Oktobers starke Konvektion aufbaute und eine geschlossene Zirkulation bildete. Am 22. Oktober hatte es sich so verstärkt, dass es um 15:00 Uhr UTC mit Zentrum etwa 515 km südlich von Kingston, Jamaika als tropisches Tiefdruckgebiet Achtzehn klassifiziert wurde.

Noch am selben Abend wurde bei einem Erkundungsflug der Hurricane Hunters festgestellt, dass die andauernden Winde an der Oberfläche Sturmstärke erreicht hatten und das NHC erklärte das System zu einem tropischen Sturm. Der Sturm erhielt den Namen Sandy. Am folgenden Tag verstärkte sich der Sturm und driftete dabei in nördliche Richtung ab. Im Verlauf des 24. Oktober bildete sich ein Auge, sodass Sandy um 15:00 Uhr UTC zu einem Hurrikan der Kategorie 1 hochgestuft wurde. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Sturm etwa 105 km südlich von Kingston. Um 19:00 Uhr UTC erreichte Sandys Auge die Südküste der Insel mit andauernden Windgeschwindigkeiten von 130 km/h. Zuvor hatten die Behörden die Flughäfen geschlossen und in größeren Ortschaften ein 48-stündiges Ausgehverbot verhängt.

Nach der Überquerung Jamaikas zog Sandy weiter nordwärts und intensivierte sich rapide, sodass der Hurrikan vor dem Erreichen der kubanischen Küste Provinz Santiago de Cuba sich zum Kategorie-2-Hurrikan verstärkte. Sandys Zentrum traf am frühen Morgen (Ortszeit) des 25. Oktober am Playa Mar Verde, gut zehn Kilometer westlich der Stadt Santiago de Cuba auf Land, überquerte die Insel rasch in nord-nordöstlicher Richtung und gelangte bereits fünf Stunden später bei Cabo Lucrecia, Municipio Banes erneut über Wasser. Dabei richtete der Hurrikan in den Provinzen Santiago de Cuba, Guantánamo und Holguín schwere Schäden an. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt, Strom- und Telefonmasten umgeknickt. Auch wurden ganze Häuser zerstört. In Santiago brach die Stromversorgung vollständig zusammen.

Im Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base vertagte man aufgrund des Hurrikans eine Voranhörung zum Anschlag auf den US-amerikanischen Zerstörer Cole. Sandy gilt als schwerster Zyklon in diesem Gebiet seit Hurrikan Flora, der 1963 den Südosten Kubas verwüstete.  Der Wirbelsturm zog weiter in grob nördlicher Richtung über die Bahamas hinweg. Erst am frühen Morgen des 26. Oktobers schwächte sich Sandy ab und wurde aufgrund ihres nur noch schlecht sichtbaren Auges nordöstlich der Bahamas in einen Kategorie-1-Hurrikan abgestuft. Der Hurrikan wurde immer unorganisierter und schwächte sich am 27. Oktober um 09:00 Uhr UTC zu einem starken tropischen Sturm ab, konnte sich aber nur ein paar Stunden später wieder zu einem Hurrikan intensivieren. Am 29. Oktober 2012 trifft das extreme Windfeld Sandys auf die Ostküste der Vereinigten Staaten. Das Zentrum des Wirbelsturms wird nach den Modellrechnungen in der Nähe von Atlantic City in New Jersey die Küste erreichen, doch liegen im Bereich der sturmstarken Winde auch Boston, New York City und Washington, D.C./Baltimore. In mehreren US-Bundesstaaten haben die Gouverneure den Notstand ausgerufen. In New York wurde die Evakuierung von niedrig gelegener Stadtteilen in Manhattan und Brooklyn angeordnet, wovon 375.000 Einwohner betroffen waren. Zudem wurde der Hafen geschlossen. Eingestellt wurden der öffentliche Nahverkehr und zahlreiche Verbindungen von Amtrak in der Region. Der Börsenhandel an der Wallstreet wurde eingestellt. Präsident Barack Obama sagte alle Wahlkampfveranstaltungen ab und blieb in Washington, D.C.

Nachdem Sandy früh am 30. Oktober auf Land traf kam es in vielen Städten zu starken Schäden. In bis zu 7,5 Mio. Haushalten fiel der Strom aus, in New York knickte ein Baukran um und Stromumspannwerke explodierten. Im Stadtteil Queens brach ein Brand aus. Die U-Bahn wurde stellenweise geflutet und Straßen waren blockiert. Eine Sturmflut von bis zu 4m Höhe setzte weite Teile Manhattans unter Wasser. Im Atlantik sank das Filmschiff "Bounty" durch den Sturm, eine Frau starb und 14 Menschen wurden gerettet. Der Kapitän wird noch vermisst. Bisher sind in Verbindung mit Sandy in der Karibik sowie in Nordamerika 209 Menschen getötet worden.




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